Bitcoins: Utopische Hoffnung auf virtuelles Geld

Herrschaftsfreie W├Ąhrung? Das bleibt Utopie

Bitcoin ist elektronisches Geld. In besonderen Wechselstuben k├Ânnen Euros gegen Bitcoins gewechselt werden. Das 360 Grad Geld wiederfinden unteilbar sogenannten Wallet, einer elektronischen Geldtasche, aus der Geldeinheiten mit ein paar Mausklicks verschl├╝sselt und absolut anonymisiert von TeilnehmerIn zu TeilnehmerIn ├╝bermittelt sein k├Ânnen. Der Zahlungsverkehr verl├Ąuft losgel├Âst von Geldinstituten oder Finanzbeh├Ârden.

Erst einmal l├Ądt der User den Bitcoin-Client aus dem Netz und installiert ihn auf seinem Rechner. Ganz pers├Ânliche Daten m├╝ssen nicht hergestellt werden. Beim ersten ├ľffnen l├Ądt die Software die gemeinsame Datensammlung des Netzwerks hinab ein Dateiverzeichnis aller Gutschriften im Bitcoin-Netzwerk. Die Datensammlung stellt ohne Zweifel, dass kein Mensch Falschgeld abgeben kann. Sie weist jeden Bitcoin einer Bitcoin-Adresse zu und damit einem Nutzer. Die pers├Ânliche Bitcoin-Adresse, einen kryptischen Buchstabencode, erh├Ąlt der Nutzer automatisch mit dem Montieren der Software. Au├čerdem sichert die Software eine Datei mit dem Namen wallet.dat auf dem Computer. Sie bietet kryptografische T├╝rschl├╝ssel, mit denen der Nutzer im Vereinbarung zu dem Bitcoin-Netzwerk ausweist, dass ihm die passende Bitcoin-Adresse geh├Ârt.

Die Anh├Ąnger der „Cryptocurrency“ m├Âchten eine unkorrumpierbare W├Ąhrung schaffen, die nicht l├Ąnger an sehr zentraler Stelle gehortet und von Banken verwaltet wird. Es w├Ąre au├čergew├Âhnlich, wenn durch neuen Technik nicht sogleich eine alte utopische Erwartung einherginge. Auch die Debatte um das virtuelle Geld kann sich dem nicht entziehen. Ende August 2014 waren beispielsweise 44 Prozent aller im Umlauf vorhandenen Bitcoins nur 1528 Adressen angegliedert durch umgerechneten Gutschrift von jeweilig ├╝ber 500.000 Dollar.

Das Anarchisch-Unregulierte der neuen W├Ąhrung, das haben findige Gesch├Ąftsleute unmittelbar entdeckt. Drogen- und Pornohandel waren die 1. f├╝hrenden Pusher, die den unkonventionellen neuen Weg f├╝r sich erkannt hatten und f├╝r eine ganze Weile unentdeckt ihren Gesch├Ąften fr├Ânen konnten. Kein Wunder, dass die Kryptogemeinde gezwungenerma├čen nach verbindlicher vielleicht sogar staatlicher Regulation ruft, ca. Geldalternative nicht im anarchischen Proliferation versinken zu k├Ânnen.

Selbst bei optimistischer Analyse sind derzeit nicht l├Ąnger als zw├Âlf Hundertausende mit Bitcoins fest gestopfte elektrische Geldb├Ârsen auf Achse, die von 100.000 Verk├Ąufern international akzeptiert werden. Bei sieben Milliarden Menschen und allein 23 Millionen Einrichtung in den USA nicht mehr als eine Nebensache.

Seinen Namen hat das Giralgeld mit den (bargeldlose) Buchung von Konto zu Konto. Die ├ťbermittlung selbst passiert im bargeldlosen Zahlungsverkehr der Kreditinstitute durch Zahlungsinstrumente wie Geld├╝berweisung, Scheck, Lastschrift, Austausch, Bankkarten oder Karten. Bei einer Handlung etwa weist der Debitor seine kontof├╝hrende Bank an, einen abgemachten Geldbetrag auf ein spezifisches Konto des Gl├Ąubigers bei einer bestimmten Bank bargeldlos zu ├╝bertragen. Hierdurch durchl├Ąuft der Schuldner im Kollationieren zu seinem Gl├Ąubiger seine Geldschuld, ohne dass Bares zum Einsatz gekommen ist.

F├╝r viele sind Bitcoins als Folge eine praktikable Antwort auf die Eurokrise. F├╝r skeptischere Stimmen sind der extrem volatile Kurs und die fehlende gesetzliche Kontrolle ein Beleg daf├╝r, dass Bitcoins bald in der Versenkung verschwinden werden. Extra dieser Streitigkeit steht f├╝r uns ein Aspekt im Mittelpunkt: Anonymit├Ąt. Denn die Handelstransaktionen werden ├╝ber kryptografische Adressen verrichtet, ohne dass ganz pers├Ânliche Daten notwendig sind.

Am Mittwoch kosteten Bitcoins gegen 6.45 Uhr 1040 $ oder 684 Euro. Diese Daten ver├Âffentlichte die Webseite www.bitcoins.de. Im November 2013 hatte der Bitcoin-Kurs schon einen Rekord von 1.238 Dollar geschafft, doch st├╝rzte er bald darauf auf 640 $ ab.

 

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